Lexikon & Glossar


Reifennutzungsdauer / Reifenalter

Technische Unterlagen oder Gesetze gibt es nicht, die aussagen, ab welchem Alter ein Reifen für Pkw und Leicht-LKW aus dem Betrieb genommen werden muss, aber die Reifenindustrie sowie der TÜV empfehlen, Reifen, die älter als 10 Jahre sind (das betrifft auch den Reservereifen falls vorhanden), durch neuere zu ersetzen. Diese Empfehlung der Reifenindustrie oder ggf. Fahrzeughersteller entbindet den Fahrer jedoch nicht, seine Reifen regelmäßig zu kontrollieren und bei Bedarf zu ersetzen.  

Reifen, die unter Druck oder einer dauernden Belastung (z. B. Wohnwagen oder Anhänger) nicht regelmäßig bewegt werden, altern schneller und müssen nach längeren Standzeiten und vor Reisen auf Funktionstauglichkeit geprüft werden. Besitzt ein Pkw mit Anhänger eine 100 km/h-Zulassung (nach §18 StVO), schreibt der Gesetzgeber für die Reifen des Anhängers ein Höchstalter von 6 Jahren vor.

Allgemeine Information:

„Fabrikneu“ gilt ein Reifen bis zu 3 Jahre nach Herstellung, Kennzeichnung als DOT Ware

„Neu“ gilt ein Reifen bis zu 5 Jahre nach Herstellung 

„Demo/Demontage“ sind demontierte Reifen bzw. Kompletträder bis max. 50 km Laufleistung von z. B. Vorführwagen

 

Reifenherstellungsdatum / DOT Nummer

Das Produktionsdatum jedes Reifens befindet sich auf der Seitenwand und muss, gemäß ECE Bestimmungen, mit einer DOT (Department of Transportation) Nummer ausgewiesen werden. Die letzten 4 Ziffern stehen für die Produktionswoche und das Produktionsjahr des Reifens. Diese Angabe ist für den deutschen Reifenmarkt relevant.

Beispiel: Kennzeichnung „DOT XXXXXX0217“ – Reifen hergestellt in der 02. Woche 2017

Die DOT Nummer bei Reifen setzt sich zusammen aus: Hersteller und Werk / US amerikanische Reifengröße / optimaler Einsatzzweck / Produktionsdatum

 

Reifenprofiltiefe

Eine Umbereifung ist ab einer Profiltiefe von 1,6 mm gesetzlich vorgeschrieben und gilt europaweit für alle Pkw Sommerreifen. Die Mindestprofiltiefe bei Winterreifen variiert je nach Land, für Deutschland gilt ebenfalls 1,6 mm.

Ist das Reifenprofil bis zu den Indikatoren (Reifenverschleißanzeige) abgefahren, ist die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm für Deutschland erreicht und der Reifen darf nicht mehr gefahren werden. Bei den Indikatoren handelt es sich um zusätzliche Querbalken, die in den Hauptrillen des Profils eingelassen und bei Erreichen der Mindestprofiltiefe mit dem umgebenden Profil bündig sind.

 

Reifenprofiltiefe messen

Das geht mit Hilfe einer 1 Euro Münze: Senkrecht in das Reifenprofil stecken, verschwindet der Messingrand vollständig, ist das Reifenprofil > 3 mm. Ist der Messingrand mit dem Profil auf gleicher Höhe, ist das Reifenprofil etwa 3 mm tief.

Professioneller ist der Einsatz eines mechanischen oder digitalen Profiltiefenmessers. Hier wird die Reifenprofiltiefe anhand einer Skala an einem Messschieber abgelesen oder durch eine sensorische Lasermessung angezeigt.

 

Bedeutung der Reifenbezeichnung

Reifen Beispiel: 175/60 R16 86H              

175         Reifenbreite in mm

60            Verhältnis von Höhe zu Breite in % (60% von 175mm = 105mm)

R               Code für die Reifenbauart (R = Radialreifen)

16            Felgendurchmesser in Zoll

86            Traglastindex des Reifens (86 = 547 kg pro Reifen)

H              Kennzeichnung für die Höchstgeschwindigkeit des Reifens (H = bis 210 km/h)

 

Beispiel Zulassungsbescheinigung: 195/55 R16 87V       (Mini Cooper S von 2009)

195         bis Reifenbreite in mm zugelassen

55            Verhältnis von Höhe zu Breite in % (55% von 195mm = 107mm)

R               Code für die Reifenbauart Radialreifen

16            Felgendurchmesser in Zoll

87            Traglastindex des Reifens (87 = 554 kg pro Reifen)

V               Kennzeichen für die Höchstgeschwindigkeit des Reifens (V = bis  240 km/h)

 

Traglast des Reifen

Der Lastindex, LI gibt die maximale Traglast jedes einzelnen Reifens an. Der Wert auf dem Reifen muss mindestens dem Wert im Fahrzeugschein entsprechen; ein höherer Wert auf dem Reifen ist zulässig.

 

Geschwindigkeitsindex des Reifens

Die Angabe mit dem Geschwindigkeitssymbol, Buchstabe oder Buchstabe/Zahl-Kombination, finden Sie an der Seitenwand. Diese steht für die zulässige Höchstgeschwindigkeit, mit welcher der jeweilige Reifen zugelassen ist.

(z.B. A8 = 40 km/h; F = 80 km/h; K = 110 km/h; N = 140 km/h; S = 180 km/h; H = 210 km/h, Y = 300 km/h; VR = >210 km/h; ZR = >240 km/h)

 

Reifenluftdruck

Entscheidend für die Fahrsicherheit, die Laufleistung und Lebensdauer des Reifens ist der richtige Luftdruck. Zu wenig Luft im Reifen kann zu Überhitzung führen. Ebenfalls erhöht sich der Rollwiderstand, der zu einem höheren Benzinverbrauch führt. Den empfohlenen Reifendruck für seinen Pkw findet man im Fahrzeughandbuch. Es gibt auch Pkw, die diese Information auf einem Aufkleber an der B-Säule der Fahrertür anzeigen.   

 

Reifen mit M+S und Schneeflockensymbol

Das Symbol „M+S“ bzw. „M&S“ steht für Matsch und Schnee und kennzeichnet Winterreifen als auch Allwetterreifen. Allerdings unterliegt das M+S – Symbol keiner Prüfung, die die Wintertauglichkeit testet. Daher hat die Reifenindustrie sich auf ein Schneeflockensymbol als zusätzlichen industrie-einheitlichen Standard für wintertaugliche Reifen geeinigt. Dafür müssen Winterreifen einen standardisierten Schnee-Traktions-Test erfüllen.

 

Allwetterreifen / Ganzjahresreifen

Hierbei handelt es sich um eine Reifenkonstruktion, die durch ausgewogene Eigenschaften bei sommerlicher als auch winterlicher Witterungsbedingungen eingesetzt werden kann.

 

ECE-Prüfzeichen bei Reifen

Mit dem aufgeprägten „e“ oder „E“ bestätigt der Hersteller, dass die Produktion des Reifens gemäß der europäischen Regelung ECE R30 entsprach (seit 01.10.1998 ist die E-Kennzeichnung vorgeschrieben). Mit der angehängten Ziffer wird auf das Land hingewiesen, in welchem der Reifen nach dieser Norm geprüft wurde. Reifen ohne E-Kennung dürfen in der EU nicht verbaut werden (für Export zulässig).

 

Alu-Felgen

Mit Alu-Felgen kann das Fahrzeug optisch aufgewertet und damit veredelt werden. Die verschiedenen Varianten und Lackierungen ermöglichen eine individuelle Anpassung. Da Alu-Felgen leichter als Stahl-Felgen sind, verringert sich der Benzinverbrauch durch das geringere Gesamtgewicht des Fahrzeuges.

 

Stahl-Felgen

Die robusten Stahl-Felgen sind für den langjährigen Gebrauch im Sommer und Winter geeignet. Stahl-Felgen sind unempfindlich und haltbar.